DL8MCG

24. April 2010

Starke Empfangsstörungen an der Amateurfunkstelle DM5TI

Filed under: Uncategorized — dl8mcg @ 19:16

Der Funkstörungsmessdienst der BNetA (Bundesnetzagentur) wurde um Hilfe gebeten, da an der Amateurfunkstelle DM5TI plötzlich erhebliche Empfangsstörungen auf mehreren Amateurfunkkurzwellenbändern auftraten.
Eine Kommunikation mit anderen Amateurfunkstellen war nur noch sehr eingeschränkt möglich. Mit mehreren aufwendigen Messeinsätzen konnte schliesslich die Störquelle ermittelt werden. Es handelte sich um einen so genannten „elektonischen Halogentransformator“, der ständig an das 230V-Netz angeschlossen, rund um die Uhr den Kurzwellenfunkbereich unbrauchbar machte. Eigentlich sollte er als Stromversorgungsquelle für die Beleuchtung einer neuen Kücheneinrichtung dienen.

Elektronische Halogentransformatoren sind nichts anderes als Schaltnetzteile, die mit rechteckig getakteten Pulsen energieeffizient die hohe Netzwechselspannung in eine niedrigere Gleichspannung umwandeln. Leider entstehen durch die Rechtecktastung auch kräftige Oberwellen bis in den UKW-Bereich. Da die Hersteller nur allzu gerne mit den für die Funkentstörung notwendigen Bauteilen sparen und  statt abschirmenden Metallgehäusen lieber billigere Plastikgehäuse verwenden, wird dieses getaktete Frequenzspektrum abgestrahlt und stört andere Funkempfänger.

Nur mit sehr zeit- und kostenaufwendigen Messeinsätzen der BNetzA ist es anschliessend möglich, solche Störer wieder aus dem Verkehr zu ziehen.

Der Übeltäter, inzwischen provisorisch mit Klappferritten um die Anschlussleitungen nachgerüstet, um den Störnebel zu reduzieren:

Der Störer soll anschliessend gegen einen nicht störenden Wandler ausgetauscht werden.

Der Kurzwellenempfang von Amateurfunkstationen aus fernen Ländern ist wieder möglich. Wer weiss, wann z.B. das nächste Erdbeben ein Land ins Chaos stürtzt. Amateurfunk ist in solchen Situationen erfahrungsgemäß das einzig funktionierende Notfallkommunikationsmittel. Voraussetzung ist natürlich, dass kein Halogentransformator den Empfang unmöglich macht.

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4 Kommentare »

  1. Einziger Trost im Falle eines Erdbebens mag sein: dann geht auch kein Halogentransformator mehr, weil der Strom ausfällt…

    Kommentar von hummelflug — 26. April 2010 @ 10:30

    • Stimmt leider nicht ganz: Wenn beispielsweise in Chile die Erde bebt, ist dort zwar der Strom weg, aber in Europa (der Strom ist an) können Hilferufe nicht mehr empfangen werden, wegen der von solchen Halogen-Trafos ausgehenden Funkstörungen.

      Kommentar von dl8mcg — 2. Mai 2010 @ 16:28

  2. Mich würde interessieren, welcher Art diese Störungen waren. Frequenzperiodisch auftretende Störquellen auf 80m? Welche Frequenzabstände? Hat man eine Chance
    selbst mit einem Mobilempfänger die Störquelle zu orten?

    73 dl6seh

    Kommentar von Thomas Birk — 3. Februar 2012 @ 13:23

    • Das von diesem Schaltnetzteil emmitiertes Störspektrum ist sehr breitbandig und hatte ein Maximum zwischen 7-10 MHz. Es ist ein konstantes Geprassle. Mit einem Empfänger ist das nicht ganz so einfach zu orten, da die Elektroinstrallation das Störsignal weiträumig verteilt. Hilfreich wäre dazu eine Magnetic-Loop mit elektrischer Abschirmung als Peilantenne. 73 DM5TI

      Kommentar von Hartmut Stahr — 6. Februar 2012 @ 20:26


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